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Heute ist der Eichenzeller Ortsteil Döllbach im Mittelpunkt unseres Luftbildes. Der Ort mit etwa 160 Einwohnern ist an einem strukturell interessanten Punkt angesiedelt, was man im Bild auch gut erkennt: Der namensgebende Döllbach schlängelt sich vom rechten Bildrand in die Ortschaft hinein. Etwas gradliniger kommt exakt aus der Bildecke rechts unten der zur Dostmühle gehörige Mühlgraben geflossen. Kurz zuvor wurde dieser Nebenarm des Döllbachs noch vom Zillbach gespeist.

Vom rechten Bildrand unter der Autobahnbrücke her kommt zudem zielstrebig der Thalaubach geflossen, der talwärts kurz hinter dem Ort in den Döllbach mündet. Und wir bleiben noch beim Wasser: Bläulich schimmern flussabwärts die Teiche des Fischzucht-Betriebs Roth-Forellen. Und sogar Heilwasser gibt es in Döllbach: Neben der Kirche St. Odilia entspringt die Odilienquelle, deren Wasser bei Augenleiden helfen soll.

Die Autobahn A7 kommt auf der bereits erwähnten Brücke am rechten Bildrand aus Richtung Würzburg herein und verlässt das Bild exakt in der linken oberen Ecke Richtung Fulda/Kassel. Die Stützen der besagten Brücke hätten übrigens beinahe im Wasser gestanden, wären die Pläne für einen Stausee im Thalau- und Döllbachtal in den 1970er Jahren verwirklicht worden. Unter der Brücke kommt auch die Bundesstraße B279 aus Richtung Gersfeld ins Bild, die dann an der B27 endet. Letztere ist mit 673 km eine der längsten deutschen Bundesstraßen.

Die B27 kommt am linken oberen Rand aus Richtung Rothemann ins Bild. Das erste Gebäude am rechten Straßenrand ist dann kurioserweise der Cult-Club Büchenberg, ein Verein für Motorad-Fans. Auf der kurzen Strecke im Ort heißt die B27 Döllaustraße. Sie verschwindet dann am rechten Bildrand in Richtung Motten/Bayern. Die eigentliche Hauptstraße in Döllbach ist jedoch die Odilienstraße, die unten nahe der rechten Ecke als L3207 ins Bild kommt und ebenfalls an der B27 endet. An der Odilienstraße ziemlich bald rechts sieht man die kleine spätgotische Kirche St. Odilia.

Döllbach wurde erstmals 852 als Delbach erwähnt, die Siedlung am Delabach. Die erste Kapelle wurde wohl um 1500 errichtet. Im Jahre 1656 wird die erste Kirche den heiligen Odilia und Jodokus geweiht, wegen derer im Mittelalter sogar Wallfahrer nach Döllbach pilgerten. Da Der Ort an der hessischen Grenze zu Bayern lag, befand sich hier bis 1866 eine Zollstation. Im Bild nicht zu vergessen die beiden Erhebungen vor dem Horizont: Oben links der Burkhardser Kopf und rechts der Roßberg.

Unsere Serie von Luftbildern zeigt aktuelle aber auch historische Luftaufnahmen aus der Gesamtgemeinde Eichenzell und Interessantes aus dem Fuldaer Land. Harald Friedrich, passionierter Motorsegler-Pilot und Luftbildfotograf, schießt die Bilder aus Flugzeugen der Fliegerschule Wasserkuppe und beschreibt die Bilder mit einem kurzen Text.