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Heute ist unser „Luftbild“ der Woche mal gar kein echtes Luftbild, sondern es zeigt den Piloten selbst. Unser Luftbild-Pilot Harald Friedrich steht hier vor „seinem“ Flieger auf der Wasserkuppe. Von hier startet er alle seine Flüge, um meist einen Gast mitzunehmen und um eben Luftbilder zu schießen. Im Jahr 2000 hat er seine Pilotenlizenz bei der Fliegerschule Wasserkuppe erworben und fliegt seitdem hier am Flugplatz. Im Jahre 2008 – mit dem Aufkommen von guten Digitalkameras – hat er seine Leidenschaft für Luftbilder entdeckt.

Damit seine Pilotenlizenz gültig bleibt, muss er alle zwei Jahre einen besonderen Gesundheitscheck bei einem speziell ausgebildeten Fliegerarzt absolvieren. Zudem wird seit den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York im Jahre 2001 vom Regierungspräsidenten in Kassel immer wieder eine polizeiliche Unbedenklichkeitsbescheinigung angefordert. Auch müssen jedes Jahr genug aktive Flugstunden als „Pilot in Command“ also als Flugzeugführer zusammen kommen, damit die Lizenz ihre Gültigkeit behält.

Das Fluggerät ist eine HK36 „Super Dimona“ des österreichischen Herstellers Diamond Aircraft in Wiener Neustadt. Der zweisitzige Reisemotorsegler aus glasfaser-verstärktem Kunststoff (GFK) ist mit einem Rotax-Motor ausgestattet. Die Spannweite beträgt immerhin über 16 Meter inklusive der Winglets – das sind die an der Flügelspitze hochgeklappten Enden, wie man sie auch von großen Fliegern kennt. Sie reduzieren den Luftwiderstand und verbessern die Flugeigenschaften.

Ein Motorsegler ist ein sehr sicheres Flugzeug, da bei einem Motorausfall selbst bei geringer Flughöhe noch ein geeigneter Landeplatz gesucht werden kann. Zudem kann man – im Vergleich zum normalen Segelflugzeug – bei starkem Abwind vor der normalen Landung nochmal Gas geben, um wieder Höhe zu gewinnen. Betankt wird der Flieger mit Standard-Benzin, wie man es auch an der PKW-Tankstelle bekommt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 261 km/h, die Reisegeschwindigkeit liegt bei etwa 180 – 190 km/h. Rückenwind oder Gegenwind müssen dabei noch berücksichtigt werden.

Im Hintergrund im Bild sieht man rechts das neue Luftsportzentrum Wasserkuppe. Es beherbergt das Schnellrestaurant „Weltensegler“ mit seinen großen Sonnenterrassen, die Fliegerschule Wasserkuppe mit ihren Schulungsräumen und oben drauf den gläsernen Tower, der bei Flieger-Veranstaltungen zum Einsatz kommt. Links unter dem blauen Förstina-Sonnenschirm sitzen meist Piloten, die darauf warten, von einem Interessenten für einen Rundflug engagiert zu werden. Preisgünstige Flüge mit einem Gast oder mit 3 Gästen in einer Maschine sind möglich.

Rechts hinter dem blauen Schirm sieht man mit schwarzem Dach den „Walter’s“-Imbiss, der viele Jahre vom leider viel zu früh verstorbenen Bronnzeller „Bagger Gustav“ (Gustav Walter) betrieben wurde. Weitere Gebäude und Hangars des Flugbetriebs finden sich dahinter sowie die alte Rhöngeiststube und der alte Tower. Unser Pilot Harald Friedrich trägt beim Fliegen übrigens stets eine Kappe, um in der großen Höhe seinen „Sonnensensor“ oben am Kopf nicht der erhöhten UV-Strahlung auszusetzen.

Unsere Serie von Luftbildern zeigt aktuelle aber auch historische Luftaufnahmen aus der Gesamtgemeinde Eichenzell und Interessantes aus dem Fuldaer Land. Harald Friedrich, passionierter Motorsegler-Pilot und Luftbildfotograf, schießt die Bilder aus Flugzeugen der Fliegerschule Wasserkuppe und beschreibt die Bilder mit einem kurzen Text.