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Unser heutiges Luftbild zeigt den Eichenzeller Wartturm. Selten wird auf ihn herab geblickt, denn – ganz im Gegenteil – man hat eine herrliche Aussicht von seinen Zinnen aus. Die Fernsicht war auch der Zweck seiner Erbauung im 12. Jahrhundert. Als einer von 7 Wach- und Signaltürmen sicherte er das Fuldaer Umland.

Etwa auf halber Höhe befand sich die Eingangstüre, so dass die Wächter im Inneren vor dem Zugriff von Feinden geschützt waren. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Turm von Heimatfreunden restauriert. Als der Turm 1966 vom Land an die Gemeinde Eichenzell übergeben wurde, fand sich glücklicherweise der Rhönklub Eichenzell bereit, den Turm in Schuss zu halten und sein Umfeld zu pflegen.

Die freiwilligen Helfer höhlten in den kommenden Jahren den Turm innen aus, der von unten bis zur Hälfte mit Schutt verfüllt war und betonierten innen eine Wendeltreppe in den Turm. Jetzt konnte er bequem durch eine ebenerdig eingebrochene Türe begangen werden. Bei den Arbeiten zur Abdichtung der oberen Plattform des Turms gab es seinerzeit beim Teerkochen ein Feuer und der freiwillige Helfer Otto Herber konnte sich nicht mehr im Turm nach unten retten. Ihm blieb zunächst nichts anderes übrig, als sich außen an den Zinnen des Turmes festzuhalten. Weil ihm die Hitze und der Qualm arg zusetzten und weil ihn die Kräfte verließen, stürzte er in die Tiefe. Während des Falls aus 13 Metern Höhe wurde er bereits bewusstlos. Unten um den Turm war eine kleine Böschung aufgeschüttet, auf der er aufschlug. Durch unglaubliches Glück trug er nur eine Kieferprellung und einen Schlüsselbeinbruch davon.

Heute geht es am Wartturm gemütlich zu: Viele Wanderer aus nah und fern nutzen die Freizeitanlage rund um den Turm als Ausflugsziel. Die kleine Rhönklubstube am Fuße des Turms ist vom 1. Mai bis zum 3. Oktober an Sonn- und Feiertagen bei schönem Wetter von 9:00h -12:00h und von 15:00h – 18:00h geöffnet. Gerne vermietet der Rhönklub Eichenzell den Turm und das Gelände auch an Schulklassen oder für Grillfeste.

Ein Spielplatz mit Wiese und einigen Spielgeräten lädt besonders auch junge Familien ein. Seit Juli 2009 ist die Anlage mit neuen gemütlichen Sitzgruppen ausgestattet und seit 2015 auch mit modernen sanitären Anlagen, so dass man sich rund um den Turm sehr wohlfühlen kann. Eine Solaranlage auf dem Dach und freies WLAN auf dem Areal zeigen, dass der historische Wartturm nicht von gestern ist. Besonders verdient gemacht um das Eichenzeller Türmchen und seine Anlage haben sich Altbürgermeister Karl Ebert, Erich Hartung (Jim), Bernd Günder und Michael Maier (Turmwart).

Unsere Serie von Luftbildern zeigt aktuelle aber auch historische Luftaufnahmen aus der Gesamtgemeinde Eichenzell und Interessantes aus dem Fuldaer Land. Harald Friedrich, passionierter Motorsegler-Pilot und Luftbildfotograf, schießt die Bilder aus Flugzeugen der Fliegerschule Wasserkuppe und beschreibt die Bilder mit einem kurzen Text.